Aroser Rothorn (2.980m) → Piz Mez

Lange, einsame Gratüberschreitung mit vier Gipfeln, einem „Fast-Dreitausender“ und einigen Kletterpassagen. Der Gegensatz zu den Völkerwanderungen am benachbarten Parpaner Rothorn ist beträchtlich.

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Ausgangspunkt

Talstation der Rothornbahn bei Lenzerheide. Gebührenpflichtige Parkplätze (CHF 5/Tag).

Tourdaten

  • Weglänge: 13,3 km
  • Höhendifferenz: ↑ 470 Hm, ↓ 1.800 Hm
  • Abstieg: 1.800 Hm
  • Gehzeit: 4h 10m, total 6h 45m
  • Datum: 02.08.2017
  • Literatur: SAC-Alpinführer „Ringelspitz/Arosa/Rätikon“ (1. Auflage 2010), R.858 (T4) / R.861 (T4) / R.862 (T4) / R.866 (T4)

Routenbeschreibung

Zu Fuss oder mit der Rothornbahn zur Bergstation des Parpaner Rothorns. Von der Bergstation nach Osten auf einem breiten, vielbegangenen Wanderweg über Geröll wenig steil hinauf zum Gipfel des Parpaner Rothorns (2.861m).

Aroser Rothorn

Wenig unterhalb des Gipfels zweigt eine Wegspur nach Südosten ab zum Verbindungsgrat zwischen dem Parpaner und dem Aroser Rothorn. Zwei geologische Lehrtafeln sind sichtbar; nach der zweiten folgt man der Wegspur in Gipfelrichtung (eine andere biegt nach links ab). Der früher vielbesuchte Bergweg auf den höchsten Gipfel der Gruppe, das Aroser Rothorn, wurde vor Jahren aufgegeben. Die Wegmarkierungen wurden übermalt und Drahtseilsicherungen wurden entfernt. Inzwischen ist der frühere Wegverlauf aber wieder durchgehend bis zum Gipfel mit kleinen roten Quadraten anstelle der übermalten Markierungen gekennzeichnet.

Man folgt dem Grat, wobei einige exponierte, früher mit Drahtseilen gesicherte Stellen im Gratverlauf (u.a. ein Felskopf im ersten Teil des Grats, sowie einige abschüssige schuttbedeckte Stellen) etwas ausgesetzt zu begehen sind. Danach wechseln sich breitere, stellenweise grasbewachsene Wegabschnitte ab mit schmalen Felsgraten, die man auf der Kante überquert. Man erreicht schließlich den steilen Aufbau der Gipfelfelsen und klettert in diesen (I) immer den roten Markierungen folgend auf die breite Gipfelkuppe (2.980m; großer Steinmann mit Gipfelbuch).

Pizza Naira

Vom Gipfel aus ist der langgezogene Verbindungsgrat zum nächsten Etappenziel, dem Pizza Naira, deutlich zu sehen. Der Abstieg vom Aroser Rothorn nach Süden hinunter auf den Grat führt zunächst einfach über Geröll. Auf dem Verbindungsgrat angekommt, folgt man rot-weißen Markierungen auf der Grathöhe oder leicht unterhalb (östlich) davon. Die Überquerung des Verbindungsgrats über Geröll und einfache Felsabsätze bietet wenig Schwierigkeiten, mit Ausnahme eines markanten Plattenschusses aus schräg aufragenden Kalkplatten, die den Weg auf der Grathöhe versperren. Die Platten sind links von einem klaffenden, leicht absteigenden Riss durchzogen, an dem man sie an guten Griffen am Rand und auf Reibung stehend traversieren kann (I). Kurz danach umgeht man nochmals zwei kleine Felsköpfe auf abschüssigen Schuttbändern links und kehrt wieder zur Grathöhe zurück.

Nun auf dem breiter werdenden Schuttrücken weiter zu einem Platz mit einem Felsblock, auf dem ein nach rechts unten zeigender roter Pfeil aufgemalt ist. Die rot-weißen Wegmarkierungen führen nun vom Grat weg (siehe Abschnitt „Varianten“ unten).

Stattdessen geradeaus weiter bis an den Fuss der Gipfelfelsen des Pizza Naira. Nun in heikler Kletterei (I-II) durch die Nordflanke empor über abschüssigen Schutt, große Steine und brüchige Felsstufen auf vereinzelt festen Griffen und Tritten. Es bedarf großer Vorsicht, um nicht versehentlich eine weithin hörbare, polternde Steinlawine loszutreten. Falls andere Berggänger sich weiter oben aufhalten, kann es besser sein, mit dem Aufstieg abzuwarten, bis sie die Flanke verlassen haben.

Im obersten Teil des Gipfelaufbaus nimmt die Steilheit der Felsen dann ab und man erreicht den Hauptgipfel (2.870m). Dieser ist vom wenige Meter tieferen Nebengipfel durch eine kleine Scharte getrennt, in die man einfach absteigt und zum Nebengipfel hinüberquert.

Piz Mez

Vom Nebengipfel aus kann man den weiteren Abstieg und Gratverlauf zum Piz Mez gut überblicken. Der erste Teil des Abstiegs führt durch mäßig steiles Geröll bis zu einem Felskopf (kleines Eisenkreuz) und weiter hinab zum tiefsten Punkt auf dem zunehmend mit Gras bewachsenen Sattel zwischen Piz Naira und Piz Mez. Danach ohne Probleme über den schrofendurchsetzten Grasrücken, immer in Nähe der Grathöhe bleibend, bis zur breiten Gipfelkuppe des Piz Mez (2.729m).

Abstieg

Vom Gipfel des Piz Mez nach Süden über die steile, aber gut gestufte Grasflanke in einen breiten Geröll- und Graskessel absteigen. Man steigt im Kessel zunächst etwas hinunter in Richtung des kleinen Sees Lai Pintg, quert aber noch über dem untersten Teil des Kessels (Felsabbrüche) auf die Grashänge links davon. Nun auf Gras hinab zum weithin sichtbaren Wanderweg, der von der Furcletta links am Lai Pintg vorbei zur Alp Sanaspans führt. Auf diesem Weg hinab bis zur Einmündung in den breiten Wanderweg vom Parpaner Rothorn, dann nach links zur Alp Sanaspans (teilweise bewirtschaftet).

Von der Alp zunächst auf dem breiten Fahrweg abwärts und bei einer Weggabelung (Wegweiser) der Abzweigung zur Alp Scharmoin folgen. Auf einem schönen Waldweg an einem Wasserfall und einer Feuerstelle vorbei zur Einmündung in die breite Fahrstraße zur Alp Scharmoin.

Varianten (im Abstieg)

  • Vor den Gipfelfelsen des Pizza Naira (beim Felsblock mit dem roten Pfeil) kann man dem Pfeil und den rot-weißen Markierungen weiter nach rechts folgen. Sie leiten in den breiten Geröllhang westlich unterhalb des Pizza Naira, auf dem man über Geröll hinunter zum Alpgebiet von Sanaspans abfahren kann. Unten hält man auf den vom Parpaner Rothorn kommenden Wanderweg zu und erreicht ihn auf ca. 2.300m. Auf ihm weiter zur Alp Sanaspans und wie beschrieben ins Tal.
  • Beim Felsblock kann auch nach links auf weniger steilem Geröll zur Alp Ramoz abgestiegen werden. Man steigt dort auf dem Wanderweg zur Furcletta auf und folgt ihm weiter bis zur Alp Sanaspans.
  • Vom tiefsten Punkt im Verbindungsgrat vom Pizza Naira zum Piz Mez kann man nach links hinunter zum Lai Grond absteigen. In der Geröllmulde am See vorbei zum Wanderweg, der von der Furcletta kommt, und auf ihm zur Alp Sanaspans.

Fotos

Von der Bergstation zum Parpaner RothornVon der Bergstation zum Parpaner Rothorn
Grat zwischen Parpaner und Aroser RothornGrat zwischen Parpaner und Aroser Rothorn
Auf dem Grat zum Aroser RothornAuf dem Grat zum Aroser Rothorn
Blick auf den Älplisee und auf ArosaBlick auf den Älplisee und auf Arosa
In den Gipfelfelsen vom Aroser RothornIn den Gipfelfelsen vom Aroser Rothorn
Auf dem Gipfel des Aroser RothornsAuf dem Gipfel des Aroser Rothorns
Der Verbindungsgrat zum Pizza NairaDer Verbindungsgrat zum Pizza Naira
Auf dem Plattenschuss im VerbindungsgratAuf dem Plattenschuss im Verbindungsgrat
Blick auf den Passübergang der FurclettaBlick auf den Passübergang der Furcletta
Blick hinab auf die Alp RamozBlick hinab auf die Alp Ramoz
Blick zurück zum Aroser RothornBlick zurück zum Aroser Rothorn
Am Fuss des Piz NairaAm Fuss des Piz Naira
Die Gipfelfelsen des Piz NairaDie Gipfelfelsen des Piz Naira
Kletterei auf den Piz NairaKletterei auf den Piz Naira
Auf dem Gipfel des Piz NairaAuf dem Gipfel des Piz Naira
Blick hinab zum Piz MezBlick hinab zum Piz Mez
Abstieg vom Piz NairaAbstieg vom Piz Naira
Piz Mez und Lai GrondPiz Mez und Lai Grond
Blick zurück zu Piz Naira und AufstiegswegBlick zurück zu Piz Naira und Aufstiegsweg
Auf dem Felskopf unterhalb des Piz NairaAuf dem Felskopf unterhalb des Piz Naira
Zwischen Piz Naira und Piz MezZwischen Piz Naira und Piz Mez
Auf dem Gipfel des Piz MezAuf dem Gipfel des Piz Mez
Blick vom Piz Mez zurück zur AufstiegsrouteBlick vom Piz Mez zurück zur Aufstiegsroute
Abstieg vom Gipfel des Piz MezAbstieg vom Gipfel des Piz Mez
Lai Pintg und Alp SanaspansLai Pintg und Alp Sanaspans
Abstieg durch Geröll in Richtung Lai PintgAbstieg durch Geröll in Richtung Lai Pintg
Rückblick auf den Gesamtweg von der Alp SanaspansRückblick auf den Gesamtweg von der Alp Sanaspans